29 die Mauer erhob, und eine Thuͤre gegen den Wall hatte; er ſtand in einer von den uͤbrigen Werken ab⸗ gelegenen Ecke, und war durch nichts gedeckt, inden⸗ ſen ſtand nicht einmal eine Schildwache anf dieſem wichtigen Poſten.
„Nun hoͤre mich wohl,« hob der Prieſter wieder an,„denn das Leben Deines Vaters und vielleicht von vielen Andern haͤngt von Deiner Schnelligkeit ab, kannſt Du laufen und ſpringen?«⸗
„Ich fuͤhle keine Muͤdigkeit mehr, ſeyd Ihr mich in Freiheit geſetzt habt, ehrwuͤrdiger Vater, und kein Hirſch ſollte es mir bei ſolcher Gelegenheit an Schnel⸗ ligkeit zuvorthun.«—
„Gib alſo wohl Acht: der Thurm hier, in den ich Dich einlaſſen werde, hat eine Treppe, die an ein Ausfallthor fuͤhrt. Es iſt von innen verrammelt, aber nicht geſchloſſen, und Du gelangſt durch daſſelbe in den Graben, der beinahe ganz trocken iſt; haſt Du dieſen durchſchritten, ſo biſt Du an dem aͤußern Walle, von wo aus Du die Schildwachen ſehen kannſt, ohne von ihnen bemerkt zu werden. Sprich nicht mit ihnen, und klettere, ſo gut Du kannſt, uͤber die Palliſaden; ich denke, Du koͤnneſt einen Wall erſteigen, der nicht vertheidigt iſt.«
„Und was nun weiter? dieß alles iſt mir ein Leichtes.«
„In einiger Entfernung wirſt Du ein kleines Ge⸗ hoͤlz oder vielmehr ein Gebuͤſch ſehen, dieſem eile zu, ſo ſchnell Du kannſt, wende Dich dann gegen Mor⸗


