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„Meinetwegen, Franz, allein der Mann hier hat ja nur unſern erlauchten Herrn vor Augen.“
„Wer den Ritter von Hagenbach ſieht, der ſieht auch, wenn er anders etwas Verſtand beſitzt, woran es denn hier nicht zu fehlen ſcheint, zugleich den Scharfrichter mit ſeinem Schwert. Ganz gewiß weiß das der Ge⸗ fangene wohl, und ſeine Ruhe dabei beweist, daß er von edlem Blute iſt, oder ich will nie zur Adelswürde ge⸗ langen.“
„Ich denke, unſer Herr werde darüber mit ihm in's Reine kommen; ſeht, er betrachtet ihn lächelnd.“
„Wenn das iſt, ſo will ich ein Schoͤps heißen mein Lebenlang, in ſeinem Blicke liegt etwas, das ſo gewiß auf Blut, als der Aufgang des großen Hundes auf Peſt deutet.“ 2
Während des Geſprächs der beiden Diener machte ihr Herr an die Gefangenen eine Menge verfänglicher Fra⸗
gen über ihre Geſchäfte in der Schweiz, ihre Verhältniſſe zu dem Landammann, und die Gründe, die ſie nach Bur⸗ gund führen. Philipſon hatte alle Punkte des Verhörs, bis auf den letzten, deutlich und beſtimmt beantwortet. Er gehe in Handelsangelegenheiten nach Burgund, ſagte er, ſeine Waaren ſtehen dem Statthalter zur Verfügung, er könne einen Theil davon nehmen, oder ſie ganz behal⸗ ten, je nachdem er es bei ſeinem Herrn verantworten zu können glaube. Sein Geſchäft mit dem Herzog aber ſey geheimer Art, es beziehe ſich auf beſondere Handels⸗ intereſſen, und es ſeyen dabei, außer ihm, noch andere Perſonen betheiligt. Er erklärte, er werde dieſe An⸗


