44 Ein Kind koͤnnte glauben, es ſey eine Siegerkrone— ein Mann erblickt darin die Anzeichen eines Sturmes.“
Arthur folgte der Richtung der Augen ſeines Va⸗ ters, die an dem finſtern, ſchwarzen Gipfel des Bergs Pilatus hingen.
„Iſt denn der Nebel, der über jenem Berge liegt, ein ſo ſchlimmes Vorzeichen?“ fragte er nach einer Pauſe.„
„Frage nur Antonio, der wird dir davon zu erzäh⸗ len wiſſen.“ 4 6
Arthur wandte ſich nun an den jungen Schweizer, der ſie begleitete, und fragte ihn nach dem Namen des dunkeln Berges, der von dieſer Seite aus alle andere in der Nähe von Luzern zu beherrſchen ſcheint.
Der Führer bekreuzte ſich andächtig, und erzählte die unter dem Volke umlaufende Sage, daß jener Statthalter Judäas an dieſem Orke ſein gottloſes Leben geendigt habe, indem er, nachdem er mehrere Jahre in den abgelegenen⸗ Schluchten dieſes Bergs, der noch ſeinen Namen führt, zugebracht, mehr durch Ver⸗ zweiflung getrieben, als aus Reue ſich in den unheim⸗ lichen See geſtürzt habe, der auf der Spitze deſſelben liegt. Ob das Waſſer den Verruchten wieder ausge⸗ worfen habe, oder ob ſein Körper ertrunken ſey, und ſein Geiſt nun an dem Orte umgehe, wo der Selbſt⸗ mord vollbracht ward, wußte Antonio nicht zu entſchei⸗ den. Aber oft, ſetzte er hinzu, ſehe man eine menſch⸗ liche Geſtalt aus dem Waſſer aufſteigen, und die Ge⸗ berde des Händewaſchens nachen. Wenn dieß geſchehe,


