446 als deſſen Treue Du kennſt, beſonders niemand, der mit dem Herzog von Albany im Verkehr ſtand— mit dieſem Mann, der ſich meinen Bruder nennt!— Laß ſogleich meine Saͤnfte ruͤſten. Wir wollen nach Dunbarton, Mac Louis, oder nach Bute. Abgruͤnde und Fluth und meiner Brandanen Herzen ſollen das Kind vertheidigen, bis wir Meere zwiſchen daſſelbe und eines grauſamen Bruders Ehrgeiz bringen koͤn⸗ nen.— Lebt wohl, Robert von Albany,— lebt wohl fuͤr immer, hartherziger Blutmenſch! Genießt ſo viel Macht, als Douglas Euch erlauben wird— aber ſucht nicht mein Angeſicht wieder zu ſehen, noch weniger meinem noch lebenden Kind zu nahen! denn in der Stunde, da Du dieß thuſt, haben meine Wachen Befehl, Dich mit den Partiſanen niederzuſtoßen!— Mac Louis, ſorgt, daß dieß befolgt werde.“
Der Herzog von Albany ging, ohne eine weitere Rechtfertigung oder Antwort zu verſuchen.
Was jetzt noch folgt, iſt Geſchichte. Der Herzog von Albany bewog die bald darauf gehaltene Parla⸗ mentsverſammlung, ihn am Tod des Herzogs un⸗ ſchuldig zu erklaͤren, waͤhrend er zu derſelben Zeit ſein Schuldbewußtſeyn dadurch zeigte, daß er ſich Ab⸗ laß oder Verzeihung fuͤr dieſe Beleidigung geben ließ.
Der ungluͤckliche alte Koͤnig verſchloß ſich in ſein
Schloß Rothſay in Bute, um uͤber den verlorenen
ohn zu trauern, und mit fieberhafter Angſt uͤber das Leben des noch Einzigen zu wachen. Als die beſte Maßregel fuͤr des jungen Jakobs Sicherheit, ſchickte er ihn nach Frankreich, um ihn am dortigen Hof erziehen zu laſſen. Aber das Fahrzeug, auf dem der Prinz von Schottland abſegelte, wurde von einem engliſchen Kreuzer genommen, und obgleich zwiſchen beiden Koͤnigreichen Friede war, hielt ihn doch Hein⸗ rich IV. unedler Weiſe gefangen. Dieſer letzte Schlag


