21 die Geſellſchaft, vom Ufer gedeckt, der Beobachtung am beſten entgehen konnte. Indeſſen beſchäftigte ſich der Arzt mit den nöthigen Mitteln, ihn ins Leben zurück⸗ zurufen, die er ſorglich mit ſich genommen hatte.
In dieſer Abſicht befreite er zuerſt den Geneſenen von den Feſſeln, die der Scharfrichter abſichtlich nicht ver⸗ ſchloſſen hatte, und zugleich nahm er ihm die verwickelten Bänder und Stricke ab, an welchen er aufgehängt war. Es dauerte einige Zeit, bis Dwinings Bemühungen glückten; denn trotz der Kunſt, mit der er ſeine Ma⸗ ſchine zuſammengefügt war, hatten die Stricke, die den Körper tragen ſollten, ſich ſo beträchtlich zuſammenge⸗ zogen, daß die Empfindung des Erſtickens äußerſt ſchmerz⸗ lich würde. Aber die Geſchicklichkeit des Arztes ſiegte über alle Hinderniſſe; und Bonthron gab, nachdem er genießt und mit einigen kurzen Zuckungen ſich ausge⸗ ſtreckt hatte, entſchiedene Lebenszeichen von ſich; denn er ergriff die Hand des Arztes, der ihm eben ſtarke Waſſer auf Bruſt und Hals träufelte, und nahm, die Flaſche an die Lippen haltend, faſt mit Gewalt einen beträchtlichen Schluck von ihrem Inhalt.
„Es iſt doppelt abgezogener Spiritus,“ ſagte der er⸗ ſtaunte Arzt,„und würde einem Audern den Hals auf⸗ ſchwellen und den Magen verbrennen. Aber dieß auſ⸗ ſerordentliche Thier iſt allen andern menſchlichen Ge⸗ ſchöpfen ſo ungleich, daß ich mich nicht wundere, wenn es ihn zum vollen Beſitz des Verſtandes bringt.“
Bonthron richtet ſich auf, ſtarrte ſitzend umher und zeigte einiges Bewußtſeyn vom Leben.


