10⁰⁰ Mund des Flehenden dargeboten, während der Fürſt und ſein Gefolge ihn ermahnten, zu trinken. „Leere mir die Nußſchale und zwar ohne Grimmaſ⸗ fen, mit Auſtand,“ ſagte der Häuptling.
Olivier hätte es nicht verſchmäht, mäßig von dem Wein zu trinken, aber die Maſſe ſchreckte ihn, die er verſchlingen ſollte. Er trank ein Stück und bat um Gnade.
„Gefalle es Eurer Herrlichkeit,“ ſagte er,„ich habe noch einen großen Weg zurückzulegen und wenn ich genöthigt wäre, Eurer Großmuth volle Ehre wiederfahren zu
laſſen, wofür ich meinen Dank anzunehmen bitte, ſo⸗
werde ich nicht mehr im Stande ſeyn, über den näch⸗ ſten Graben zu ſpringen.“
„Laß ſehen, ob du wenigſtens im Stande biſt, dich wie ein Schalk zu betragen. Mach' einmal eine Ca⸗ priole. Ah! Eins, zwei, drei. Trefflich; noch einmal! Schlagt ihn zum Ritter.(Ein Trabant des Indianer⸗ häuptlings berührte Olivier leicht mit dem Schwert.) Ah! dieſe Capriole iſt beſſer als alle andern; er ſpringt wie eine Katze in der Dachrinne! Gebt ihm die Nuß⸗ ſchale noch einmal. Voran, keinen Zwang, er hat ſein Verbrechen abgebüßt und verdient nicht blos die Frei⸗ heit, ſondern auch eine Belohnung. Kniee nieder, kniee nieder; ſo, nun erhebt Euch, Herr Ritter, von der Calebaße,*) wie heißt du? Leih' mir einer ein Nappier!“
*) Es iſt daſſelbe, wie Fiaſchegegebis. Anm. d. Ueb.
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