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anzulegen; denn er ſteht, wie die Rüſtung, zu der er gehört, Eurer Majeſtät zu Befehl, ſo lang ich meine Grafſchaft von der Krone Schottland zu Lehen trage. Aber wenn mein Arm ſich dem Douglas nähert, ſo geſchieht es mit bewaffneter Hand. Lebt wohl, Sire. Mein Rath iſt hier unnütz und der von andern wird ſo günſtig aufgenommen, daß vielleicht längeres Ver⸗ weilen in dieſem Saal für mich nicht ohne Gefahr wäre. Möge Gott Eure königliche Hoheit gegen die Feinde beſchützen, die ſich offen erklären, und gegen die Freunde, die ihre Treuloſigkeit verbergen! Ich be⸗ gebe mich auf mein Schloß Dunbar, woher Ihr viel⸗ leicht bald Neues erfahren werdet. Lebt wohl, My⸗ lords von Albany und Douglas; ihr ſpielt ein kühnes Spiel; ſucht es ehrlich zu ſpielen. Lebt wohl, armer junger leichtſinniger Prinz, der, wie ein junger Hirſch unter der Klaue eines Tigers tändelt. Lebt wohl, alle. Georg von Dunbar ſieht das Uebel, das er nicht hei⸗ len kann. Gehabt Euch wohl.“
Der König wollte ſprechen, aber die Worte erſtarben ihm auf den Lippen, als er vom Herzog von Albany einen Blick erhielt, der ihm Stillſchweigen auferlegte. Der Graf March verließ das Gemach unter den ſtum⸗ men Abſchiedsgrüßen der verſchiedenen Mitglieder des Raths, an die er ſich gewandt hatte; Douglas allein antwortete ſeinem Abſchied durch einen verachtenden Blick.
„Der Verräther geht, um uns an die Engländer zu verkaufen,“ ſagte er,„ſein ganzer Stolz ruht auf dem


