Teil eines Werkes 
152. Bändchen = Neue Folge, 2. Bändchen, Das schöne Mädchen von Perth : 2. Theil (1830) The fair maid of Perth
Entstehung
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. 81 uͤberall auf ihrem Wege mit Freudenruf empfangen werden und vergebens nach dem friedlichen Gluͤcke ſeufzen, das der aͤrmſte Landmann im Schooße ſeiner Familie genießt. Die wandernde Saͤngerin ſoll nicht fortgewieſen werden, Pater, laßt ſie, wenn ſie will vor den Dienern und Reitern im Hofe ſingen. Viel⸗ leicht wird dadurch verhuͤtet, daß ſie nicht aneinander gerathen, ſie gehoͤren ſo wilden, ungeſtuͤmen Herrn an!⸗⸗

So aͤußerte ſich der gutgeſinnte, aber ſchwache Mo⸗ narch und der Prior verbeugte ſich zum Zeichen des Gehorſams. Waͤhrend er noch ſprach, trat der Graf von March in das Audienzzimmer; er war in der ge⸗ woͤhnlichen Rittertracht dieſer Zeit und trug den Dolch an der Seite. Den Edelknaben, der ihm das Schwert trug, hatte er im Vorzimmer gelaſſen.

Der Graf war ein ſchoͤner, wohlgebildeter Mann von bluͤhendem Ausſehen, ſeine Haare dicht und blond und ſeine glaͤnzenden blauen Augen funkelten, wie die eines Adlers; in ſeinem Benehmen, das indeſſen an⸗ genehm war, entwickelte er einen reizbaren, jaͤhzorni⸗ gen Charakter, und ſeine Stellung in der Welt als angeſehener maͤchtiger Lehensherr gab ihm nur zu viel Freiheit ſeinen Leidenſchaften zu huldigen.

„Ich bin ſehr erfreut Euch zu ſehen, Graf von March,«KÄſagte der Koͤnig mit einer anſtaͤndigen Ver⸗ beugung.„Ihr habt ſchon lange Zeit unſerm Rathe nicht mehr angewohnt.“

„Sire!“ erwiederte March und verbengte ſich tief vor dem Koͤnig, waͤhrend er den Herzog von Albany nur ſtolz und ceremonioͤs begruͤßte.„Wenn ich dem Rathe Eurer Majeſtaͤt nicht anwohnte, ſo geſchah es, weil angenehmere und, wie ich nicht zweifle, ge⸗ ſchicktere Raͤthe meine Stelle einnahmen. Ich komme blos, um Euer Majeſtaͤt zu ſagen, daß die Nachrich⸗ ten, die ich von der engliſchen Graͤnze erhalten habe, es nothwendig machen, daß ich ohne Verzug auf meine

Walter Scott's Werke. 1528 Boͤchen. 6