26 ſer aller glaͤubigen Iſraeliten durchſuchet, werdet Ihr die ungeheure Summe Silbers, von der Ihr ſprecht, nicht finden!“
„Ich bin billig,“ antwortete Front de Boeuf, „was an Silber abgeht, nehm' ich auch in Gold. Auf eine Mark Goldes ſollen ſechs Pfund Silber ge⸗ hen; ſo kannſt Du Dein unglaͤubiges Gerippe von einer Strafe retten, wie ſie Dein Herz ſich noch nie getraͤumt haben wird.“
„Habt Erbarmen mit mir, edler Herr Ritter!“ rief der Jude,„ich bin alt, bin arm und huͤlflos! Es waͤre unwuͤrdig, wolltet Ihr uͤber mich triumphi⸗ ren!— es iſt eine unruͤhmliche That, einen Wurm zu zertreten!“
„Alt magſt Du ſein,“ erwiederte der Ritter; „Schande fuͤr die, welches es duldeten, daß Du in Wucher und Schelmerei ergrauteſt— Schwach magſt Du ſein; denn wann hatte je ein Jude Herz und
Arm?— Aber reich biſt Du, wie alle Welt es weiß!“
„Ich ſchwoͤre Euch, edler Herr Ritter,“ ver⸗ ſetzte der Jude,„bei allem, an was ich glaube, und an was wir gemeinſam glauben—“ 3 „Verſchwoͤre Dich nicht,“ fiel der Normann ein, „und laß Deine Hartnaͤckigkeit nicht Dein Schickſal beſtegeln, bevor Du geſehen und wohl erwogen haſt, was Deiner wartet. Glaube nicht, daß meine Rede Dich nur ſchrecken und die niedrige Feigheit Deines Stammes aͤngſtigen ſoll— ich ſchwoͤre Dir


