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Cedric ſchritt im Gemache auf und nieder, erfuͤllt von Unwillen und Zorn uͤber das Vergangene und Ge⸗ genwaͤrtige, indeß ſein Leidensgenoſſe ſtatt aller philo⸗ ſophiſchen Geduld durch ſeine Apathie auſſer der Unbe⸗ quemlichkeit der Gegenwart ſich uͤber Alles zu troͤſten wuß⸗ te. Ja er fuͤhlte ſelbſt dieſe ſo wenig, daß er von Zeit zu Zeit aufſtand, um Cedrics leidenſchaftlichen, heftigen Ausfaͤllen zu begegnen.
„Ja,“ ſprach Cedrie halb zu ſich ſelbſt, halb gegen Athel⸗ ſtane,„in derſelben Halle war es, wo mein Vater beim feſtlichen Mahle mit Torquil Wolfganger ſaß, da er den tapfern und ungluͤcklichen Harold bewirthete, als er gegen die Norweger aufbrach, die ſich mit dem Re⸗ bellen Toſti vereinigt hatten.— In dieſer Halle war es, wo Harold die großmuͤthige Antwort an den Ge⸗ ſandten ſeines rebelliſchen Bruders ertheilte. Oft ſah ich meinen Vater bei dieſer Erzaͤhlung ergluͤhen.— Der Geſandte ward eingefuͤhrt, als dieſe weite Halle kaum die Menge der edeln Sachſenfuͤhrer faſſen konnte, welche ſich mit ihrem Fuͤrſten in der Mitte in blut⸗ rothem Weine lezten.“
„Ich hoffe doch,“ begann nun Athelſtane, durch die lezten Worte ſeines Freundes etwas aufgeregt,„ſie werden nicht vergeſſen, uns zu Mittag etwas Wein und Erfriſchungen zu ſenden,— Wir hatten zum Mor⸗ genimbiß ja kaum eine Minute Zeit, auch will mir das Mahl nie recht munden, wenn ich gleich nach dem Rei⸗ ten eſſe, obwohl die Aerzte es empfehlen.“


