31 3 Gegner zu:„Nun komm' heran, Schuft, wenn Du s wagſt! Du ſollſt die Kraft meiner Muͤllerfauſt ver⸗ ſpuͤren!“
„Nun, wenn Du ein Muͤller biſt,“ entgegnete Gurth unerſchrocken, mit gleicher Gewandtheit ſeinen Stock um den Kopf ſchwingend,„ſo biſt Du ein doppelter Schelm; und ich, als ein ehrlicher Kerl, biete Dir Trotz.“ 3
Mit dieſen Worten griffen ſich die beiden Kaͤmpfer an und entwickelten einige Minuten lang gleiche Kraft, Herdzhaftigkeit und Kunſt, die Schlaͤge mit gleicher Gewandtheit empfangend und erwiedernd, ſo daß man von dem unaufhörlichen Zuſammenſchlagen ihrer Waffen in der Entfernung wenigſtens ſechs Per⸗ ſonen auf jeder Seite im Streit begriffen geglaubt haͤtte. Weniger hartnaͤckige und gefaͤhrliche Kaͤmpfe find in ſchoͤnen Heldengedichten beſungen worden, allein Gurths und des Muͤllers Kampf bleibt unbeſungen, da es an einem heiligen Dichter fehlt, der ihren Thaten Gerechtigkeit widerfahren ließe; allein, obwohl der Stockkampf nicht mehr an der Tagesordnung iſt, ſo wollen wir, ſo weit wirs in Proſa vermoͤgen, den kühnen Streitern ihr Recht erzeigen. Lange fochten ſie mit gleichem Vortheil, bis der Müller die Faſſung zu verlieren begann, da er ſah, daß ers mit einem kraͤf⸗ tigen Gegner zu thun hatte, und das Gelaͤchter ſeiner Gefaͤhrten hoͤrte, die ſich, wie es bei ſolchen Faͤllen gewoͤhnlich iſt, uͤber ſeinen Aerger luſtig machten. Dieß
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