19 wuͤrden dem Schickſal ihrer Kameraden entgehen; al⸗ lein die Zaͤhlung ging vor ſich.—„Acht und ſiebzig — Du biſt ein guter Burſche— neun und ſiebzig— und ve dienſt auch etwas fuͤr Dich.“
Hier hielt der Jude wieder ein und betrachtete die Zechine, ohne Zweifel in der Abſicht, ſie Gurthen zu ſchenken. Er wog ſie auf ſeiner Fingerſpitze, und ließ ſie auf dem Tiſche niederktingen. Haͤtte ſie ſchlecht geklungen, oder waͤre ſie nur um ein Haar zu leicht befunden worden, ſo haͤtte die Großmuth des Juden geſiegt; aber zum Ungluͤck für Gurth ertoͤnte der Gold⸗ klang zu rein, die Zechine war neu gepraͤgt, und wog ſogar einen Gran über das Gewicht. Iſaak konnte es nicht uͤbers Herz bringen, ſich von ihr zu trennen, und ließ ſie wie in einer Art von Geiſtesabweſenheit mit den Worten in den Beutel cleiten:„Achtzig voll; ich hoffe, Dein Herr wird Dich reichlich belohnen. Gewiß haſt Du,“ fuhr er mit gierigen Blicken auf den Beu⸗ tel ſehend,„noch mehr Gold in dem Beutel.“
Mit grinzendem Laͤcheln verſetzte Gurth:„Beinahe noch eben ſo viel, als Du hier ſo ſorglich gezaͤhlt haſt.“ Dann faltete er die Quittung zuſammen, ſteckte ſie un⸗ ter die Muͤtze und ſagte:„daß ſie ja, bei Gefahr Dei⸗ nes Bartes, richtig ausgeſtellt iſt!“ Jezt ſich unge⸗ heißen noch einen dritten Becher Wein fuͤllend, leerte er ihn und verließ ohne Abſchied das Zimmer.
„Rebekka,“ ſagte der Jude,„dieſer Ismaelite hat mirs doch zuvorgethan. Indeſſen ſein Herr iſt ein bra⸗


