94 genoͤthigt ſah, einen Grund fuͤr die verſchiedenen Vorfaͤlle anzugeben, die er dem Leſer vor Augen ge⸗ legt hat, ſich je einer Reihe ſo unwahrſcheinlicher und folgewidriger Umſtaͤnde bediente. War es glaub⸗ lich, daß ein Prinz vom Gebluͤte, angenommen, er habe ſich waͤhrend des Conſulats nach Paris gewagt, nur unter eine Bande von Verſchwoͤrern gemiſcht, auf den ſeinem Range gebuͤhrenden Ehrenbezeugun⸗ gen beharrte, oder ſie erlaubte, und ſo ſeinen Ka⸗ rakter Leuten verrieth, welche ihn, ihrer Augabe zu⸗ folge, bloß durch dieſen Umſtand erkannten? Die bloße Erwaͤhnung eines ſo unwahrſcheinlichen Betra⸗ gens haͤtte die Legende gleich anfangs verdaͤchtigen ſollen. Wie konnte zweitens moͤglicherweiſe ein Miß⸗ griff zwiſchen der Perſon des Herzogs von Enghien und der des General Pichegru Statt haben? Der erſtere war ſchoͤn, und hatte ein leicht gefaͤrbtes
Haar; der etztere war ſchwarz und hatte ein hoch⸗
gefaͤrbtes Geſicht und ſchwarzes Haar. Der Herzog war ſchlank und zierlich von Geſtalt; Pichegru war ſtaͤmmig, robuſt und athletiſch. Der Prinz hatte kaum erſt das dreiſigſte Jahr erreicht; Pichegru war uͤber vierzig Jahre alt. Es ließ ſich kaum eine ein⸗ zige Aehnlichkeit zwiſchen ihnen auffinden. Wie konnten drittens jene Umſtaͤnde Statt haben, welche den angeblichen Mißgriff veranlaßten? Unter welchem erdenkbaren Karakter haͤtte Pichegru die einem Prin⸗ zen vom Gebluͤt bezeugte Ehrfurcht ſich verſchaffen


