— 46—
Unſtreitig iſt Waverley die ausgezeichnetſte Novelle Scotts, ja als Sittenſchilderung viel⸗ leicht unerreichbar. Hätte er nichts anders ge⸗ ſchrieben, ſo würde die meiſterhafte Zeichnung der Charaktere eines Fergus Mac Jvor, des Cameronianers, des ritterlichen Prätendenten Karl Eduards, des alten Bradwardine und vor⸗ züglich die Kraft und Zartheit, welche ſein Pin⸗ ſel in dem Lebensgemälde der Flora mit un⸗ nachahmlicher Meiſterſchaft vereinigt hat,— die erſchütternde Macht, womit der Dichter die Phantaſie und das Herz des Leſers erfaßt, die meiſterhafte Reinheit des Styls und die Feſt⸗ haltung einer immer höher ſteigenden Theil⸗ nahme für die Entwickelung des Stoffs bei aller Einfachheit der Darſtellung allein ſchon hingereicht haben, ſeinen Ruhm zu begründen. Durch Lindau zuerſt ins Deutſche ubertragen, erregte Waverley in Deutſchland anfangs wenig Aufmerkſamkeit und erhielt erſt ſpäter den ge⸗ rechten Beifall.
Die Geſchichte der Entſtehung dieſes Romans iſt in der That höchſt ſonderbar.„Im Jahre


