Teil eines Werkes 
104. Band, Robin der Rothe : 5. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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72. und das einzige Gute war, daß er ſeinen Herrn von nie⸗ mand, ihn ſelbſt ausgenommen, betruͤgen ließ.

Wir vollendeten unſere Reiſe ohne einen beſonderen Vorfall, und fanden das juͤngſt noch von Aufruhr bewegte Land in Frieden und Ruhe. Je mehr wir uns Osbaldiſtone⸗ Hall näherten, deſto mehr bangte mir bei dem Gedanken, die verlaſſene Wohnung zu betreten, und um den boͤſen Tag noch etwas hinauszuſchleben, beſchloß ich, zuerſt dem Frledensrichter Inglewood meinen Veſuch zu machen.

Der gute Mann war von den Gedanken, was er ge⸗ weſen, und was er jeßzt ſey, nicht wenig beunruhigt wor⸗ den, und ſehr natuͤrliche Erinnerungen an die Vergangen⸗ heit hatten auf ſein amtliches Benehmen nicht geringen Einfluß gehabt. Er war indeß in einem Betracht gluͤck⸗ lich: er war ſeinen Schreiber Jobſon los geworden, der ihn endlich ſeiner Arbeltsſcheu uͤberlaſſen hatte, und nun dieſelbe Stelle bei einem gewiſſen Squire Standish be⸗ kleidete, der ſeit einiger Zeit Friedensrichter geworden war, und einen ſolchen Eifer fuͤr Koͤnig Georg und die proteſtantiſche Erbfolge an den Tag legte, daß Jobſon oͤf⸗ ter ſich genoͤthigt ſah, ihn in den Schranken des Geſetzes zu halten, als zur Thaͤtigkeit aufzumuntern.

Der alte Friedensrichter Inglewood empfieng mich ſehr hoͤflich, und lieferte mir bereitwillig das Teſtament meines Oheims aus, das ohne Maͤngel zu ſeyn ſchien. Er war einige Zeit offenbar verlegen, wie er in meiner Gegen⸗ wart ſprechen und handeln ſolle, ſo bald er aber ſah, daß ich, obgleich der jetzigen Regierung aus Grundſaͤtzen zuge⸗ than, doch zum Mitleiden mit denlenigen geſtimmt war, die aus falſchen Anſichten von Treue und Pllicht ſich ihr widerſetzt hatten, ſo warde ſein Geſpraͤch ein luſtiges Ge⸗