360 gen werden koͤnnte. Nachdem er die Anrede des Sra⸗ fen von Lima, eines alten portugieſiſchen Edelmanns und Praͤſidenten der Deputation, mit Gleichguͤltigkeit angehoͤrt hatte, ging er mit der größten Leichtigkeit und ohne Umſtaͤnde an das Geſchaͤft, indem er ſagte: —„Meine Herren! ich weiß kaum, was ich mit Ihnen anfangen ſoll— es haͤngt dieß von den Er⸗ eigniſſen in Spanien ab. Und dann, ſind Sie auch dedeutend genus, um ein eigenes Volk zu bilden?— Iſt Ihr Land groß genng dazu? Ihr Fuͤrſt hat ſich von den Englaͤndern nach Braſilien bringen laſſen—— er hat da einen dummen Streich gemacht, den er bald bereuen wird. Ein Fuͤrſt⸗““ ſetzte er hinzu, in⸗ dem er ſich laͤchelnd an den Abbé de Pradt wandte, „iſt wie ein Biſchof— er wuß in ſeinem Sprengel bleiben.“— Dann ſprach er wieder mit dem Grafen von Lima und frug ihn nach der Bevölkerung von Portugal, indem er zugleich ſelbſt auf ſeine Frage antwortete:„Zwei Millionen, nicht wahr?“
„Mehr als drei, Sire,“ entgegnete der Graf.
„Ha— ich wußte das nicht.— Und Liſſabon—
es ſind dort wohl 150,000 Einwohner?“
„Mehr als doppekt ſo viel, Sire.“
„So— das war mir entgangen.“ 1
Nachdem er noch mehrere aͤhnliche Fragen uͤber
Dinge geſtellt, von denen er eben keine große Kennt⸗
niß verrieth, kam er wieder auf das eigentliche Thema zuruck.„Nun, Ihr Portugieſen, was wollt Ihr denn


