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daͤchtigen, wenn wir finden, daß er manche Aus⸗ druͤcke und Vorfaͤlle in ſein Tagebuch lange nach dem Zeitpunkte, in welchem es urſpruͤnglich geſchrieben worden war, und vermuthlich aus dem Gedaͤchtniſſe einſchiebt. Sir Hudſon Lowe war einige Zeit lang
im Beſitze des urſpruͤnglichen Manuſeripts, und wir
haben gegenwaͤrtig eine gedruckte Kopie vor uns, in der Sir Hudſon Lowe eigenhaͤndig diejenigen Zu⸗ ſaͤtze unterſtrichen hat, die dem Tagebuche beigefuͤgt worden waren, ſeit er es in ſeinem urſpruͤnglichen
Zuſtande geſehen hatte. Es iſt bemerkenswerth, daß
alle, oder faſt alle Zuſaͤtze des Tagebuchs aus Stel⸗ len beſtehen, die fuͤr Sir Hudſon Lowe hoͤchſt belei⸗ digend ſind und in dem urſpruͤnglichen Manuſcripte nicht vorhanden geweſen waren. Dieſe Zuſaͤtze muͤſ⸗ ſen daher unter dem Einfluſſe der durch aufgereizte Leidenſchaften geſchaͤrften Erinnerung gemacht wor⸗ den ſeyn, da ſie anfaͤnglich nicht wichtig genug ſchie⸗ nen, um mitgetheilt zu werden. Wenn das Ge⸗ daͤchtniß durch Leidenſchaft und Vorurtheil auf die Folter geſpannt wird, ſo fann es ſich leicht an ſon⸗ derbare Dinge erinnern, und, gleich Zengen, welche wirklich gefoltert werden, manchmal eingeſtehen, was nie Statt hatte.
Von Doctor Antomarchie viel zu ſagen, iſt un⸗ noͤthig; er war ein Legatar Buonavarte's und ein Rentner ſeiner Wittwe; zudem aͤngſtlich bemuͤht, das Anſehen ſeiner ſehr reichen Familie aufrecht zu
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