Teil eines Werkes 
64. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 30. Theil (1828) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
Einzelbild herunterladen

109

gerechten Beſchwerden; denn obſchon ein Gefangener allmaͤhlig an die Feſſeln gewoͤhnt werden kann, die er taͤglich auf dieſelbe Art traͤgt, ſo muß er doch endlich bis zur Verzweiflung getrieben werden, wenn die Art, ſie anzulegen, von Tag zu Tag veraͤndert wird. 4

Es iſt wahrſcheinlich, daß das warme Gemuͤth des Sir Hudſon Lowe einigermaßen fuͤr Napoleon paßte, indem es ihm die Mittel darbot, Repreſſalien an dem unmittelbaren Werkzeuge ſeiner Gefangen⸗ haltung dadurch auszuuͤben, daß er den Gouverneur einen Theil des Verdruſſes fuͤhlen ließ, den er ſelbſt empfand. Sir Georg Cockburn war in se ipso to- tus, teres, atque rotundus geweſen. Er that, was ſeine Pflicht ihm gebot, und bekuͤmmerte ſich wenig darum, was Napoleon daruͤber denken oder ſagen mochte. Der neue Gouverneur war verwundbar, er konnte zornig gemacht, und deßwegen vortheilhaft angegriffen werden. So mochte Napoleon das rach⸗ ſuͤchtige Vergnuͤgen genießen, das der menſchlichen Bruſt nur zu ſehr eigen iſt, die Perſon zu kraͤnken, die der Vollſtrecker, obſchon nicht der Urheber der Kraͤnkungen war, denen er ſich ſelbſt unterworfen ſah. Allein der Grund, warum Rapoleon den Gou⸗ verneur zu erbittern ſuchte, beruhte nicht blos auf der Befriedigung ſeiner boͤſen Laune. Seine Abſich⸗ ten giengen weiter, und ſtanden mit der Ausſicht, ſeine Freiheit zu erlangen, und mit der Art, auf