52 proviſoriſche Bruͤcke, von der wir oben geſprochen,
war bereits gebrochen, ſo daß der franzoͤſiſchen Ar⸗
mee kein Ausweg mebr blieb, als die alte ſteinerne
Bruͤcke auf der Straße von Lindenau. Ohne den tapfern
Widerſtand, den die Truppen des Nachtrabs noch
immer leiſteten, waͤre der groͤßte Theil der franzoͤſi⸗ ſchen Armee nothwendig verloren geweſen. Aber dieſe wurden endlich⸗ nachdem ſie Wunder der Tap⸗ ferkeit verrichtet hatten, mit ihren braven Chefs auch zum Nuͤckzug gezwungen, und ehe ſie die Ufer des Fluſſes erreichen konnten, hatte ein ſchrecklicher Unfall Statt gefunden.
Die fuͤr die Rettung dieſer bedraͤngten Armee ſo unentbehrliche Bruͤcke war auf Napoleons Beſehl unterminirt und ein Offizier dabei zuruͤckgelaſſen wor⸗ den, mit dem Auftrag, dieſelbe zu zerſtoͤren, ſobald der Feind verſuchen wuͤrde, ſich dieſes Paſſes zu be⸗ maͤchtigen. Ob der Offizier, dem dieſer Auftrag ge⸗ worden war, ſeinen Poſten abſichtlich oder zufaͤlliger⸗ weiſe verlaſſen, oder vorher den Tod gefunden habe, iſt nicht bekannt worden. Aber in dieſem kritiſchen Augenblick war es ein Feldwebel, der ſtatt ſeiner die Sapeurs befehligte. um 11 Uhr des Morgens kam ein Korps ſchwedlſcher Scharfſchuͤtzen mit lautem Hurrah am ufer des Fluſſes herauf und feuerte auf die dichten Haufen, die langſam uͤber die Bruͤcke zo⸗
gen; zu gleicher Zeit zeigten ſich auf der Suͤdſelte Koſacken und Uhlanen, die demſelben Flecke zuellten,


