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General Corbineau, der den merkwuͤrdigen Reiter⸗
angriff bergaufwaͤrts angeordnet und ausgefaͤhrt hat⸗ te, ſtellte ſich dem Kaiſer in dem Zuſtande vor, in welchem er vom Schlachtfelde entkommen war, mit ſeinem eigenen und des Feindes Blut bedeckt, einen Preußiſchen Saͤbel in der Hand, den er im Dickicht des Handgemengs gegen ſeinen eigenen vertauſcht hatte. Napoleon hoͤrte ihn gelaſſen an und ſagte: „Man ſollte einem fliehenden Feind eine goldene Bruͤcke bauen und wo dies, wie in Vandammes’s Fall, nicht thunlich iſt, ihm ein eiſernes Bollwerk entge⸗ genſetzen.“ Hierauf unterſuchte er auf das genaueſte die an Vandamme erlaſſenen Verhaltunzsbefehle, um zu ſehen, ob nicht etwa ein eingeſchlichener Fehler den General zu ſeinem falſchen Schritte veranlaßt habe. Aber es fand ſich darin nichts, was ſein Vorruͤcken jenſeits Peterswalde haͤtte rechtfertigen oder entſchul⸗ digen koͤnnen, wenn gleich die Moͤglichkeit, Toͤplitz zu nehmen, als eine ſtarke Verſuchung anerkannt werden muß.
„So geht es im Kriege,“ ſagte Buonaparte⸗ in⸗ dem er ſich gegen Murat wandte;„am Morgen hoch droben, vor der Nacht tief unten. Sieg und Unter⸗ gang liegen nur einen Schritt von einander.“ Dann ſah er auf die Karte, die vor ihm lag, nahm einen Zirkel zur Hand und ſagte wie im Traume folgende Verſe her


