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mit ihnen verfahren wollte. Waͤhrend alſo die Preu⸗
ßen mit dem groͤßten Ungeſtuͤm den Berg herab ka⸗ men, beeilten ſich die Franzoſen, von dem Muthe der Verzweiflung, der ihnen den Vortheil des Bo⸗ dens erſetzte, beſeelt, denſelben zu erſteigen.
Wie wenn zwei wuͤthende Volkshaufen, die in einem tiefen und engen Hohlwege an dem Abhange eines Berges auf einander ſtoßen, ſo prellten die beiden Korps auf einander. Der Anlauf der franzoͤ⸗ ſiſchen Reiterei unter Corbineau war ſo verzweifelt, daß viele oder die meiſten Reiter durchbrachen, ob⸗ gleich ſie auf dem ſteilen Abhange unter andern Umſtaͤnden kaum einen Trab haͤtten anſchlagen koͤn⸗ nen; das preußiſche Geſchuͤtz gerleth auf einen Au⸗ genblick in die Haͤnde der Franzoſen, die einen gro⸗ ßen Theil der Bedienungsmannſchaft niedermachten. Die Preußen faßten ſich jedoch bald wieder, und die Haufen, die wieder handgemein wurden, fochten nicht ſowohl um zu ſiegen oder zu toͤdten, als um ſich durchzuſchlagen und in entgegengeſetzten Richtungen zu entkommen. Es entſtand ein voͤlliger Wirrwar. Die preußiſchen Generale befanden ſich mitten unter den Franzoſen, die franzoͤſiſchen Offizlere mitten un⸗ ter den Preußen. Aber die ruſſiſche Armee, die Vandamme verfolgte und von hinten erſchien, machte dem Gefecht ein Ende. Die Generale Vandamme, Haxo, Guyot wurden mit 2 Adlern und 7000 Solda⸗ ten gefangen genommen; außerdem erlitt man einen


