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und zum Empfang der neuen Verwaltungsbehoͤrde
ein Gemach in dem Stadthaus einrichten zu laſſen. Aber das Haupt der Verſchwoͤrung kam, wie Fiesco⸗ zu Genua, in dem Augenblicke um, wo ſein frevel⸗
haftes Beginnen mit dem beſten Erfolge gekroͤnt zu
werden ſchien. Bis jetzt war es noch niemanden ein⸗
gefallen, dem vorgeblichen Dekret des Senats den Gehorſam zu verſagen. Das Gerüͤcht hatte jeder⸗
mann auf die Nachricht von des Kaiſers Tod vor⸗
bereiret, und die darauf folgende Revolution verſtand
ſich ſo von ſelbſt, daß man ſie ſich gerne gefallen ließ
und uͤberhaupt die ganze Sache gleichguͤltig aufnahm.
nn Aber Malet, der in eigener Perſon Beſitz vom
Hauptquartier auf dem Vendoémeplatze nehmen woll⸗ te, fand unerwarteten Widerſtand von General Hul⸗
lin. Auf Alles gefaßt, ſchoß er mit dem Piſtol nach
dem General, der bedeutend verwundet wurde; in⸗
deſſen wurde er ſelbſt hinwiederum von Laborde, dem
Chef der militaͤrlſchen Polizei, erkannt, der, in der
Ueberzeugung, daß einer, der noch vor kurzem ſein
Gefangener geweſen, von dem Senate nicht zur
Vollzlehung eines ſo wichtigen Auftrags habe gewaͤhlt
werden koͤnnen, ſich auf Malet warf und ihn zum
Gefangenen machte. So endete die Verſchwoͤrung.
Die Soldaten, die nur blinde Werkzeuge geweſen,
wurden in ihre Kaſerne zuruͤckgewleſen. Malet kam
mit vierundzwanzig ſeiner Genoſſen, meiſtens Mili⸗
taͤrperſonen, vor ein Kriegsgericht und ward mit eilf


