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Fluͤgel befehligte, mit einer Armee von dreißigtau⸗ ſend Mann, bei der ſich zweiundzwanzigtauſend Preußen und achttauſend Mann Truppen des Rheinbundes befanden, in Curland geblieben. Es ſcheint, Napoleon habe Bedenken getragen, dieſe ge⸗ zwungenen Huͤlfstruppen auf irgend einem Punkte zu verwenden, wo ihr Abfall einen ſchaͤdlichen Ein⸗ fluß auf ſeine uͤbrige Armee haͤtte aͤußern koͤnnen. Doch betrugen ſie ſich bei mehreren Gelegenbeiten, wo Macdonald die Angriffe und Ausfaͤlle der zahl⸗ reichen Beſatzung von Riga zu bekaͤmpfen hatte, ganz gut; die Rettung des Belagerungsparks, deſſen ſich der ruſſiſche General Lewis am z2o0ſten September zu Mietau beinahe bemaͤchtigt haͤtte, war ihnen zu verdan⸗ ken. So bravaber bei dieſer Gelegenheit die Truppen thaten, ſo verdaͤchtig ſchien das Betragen ihres Au⸗ führers, des Generals York. Dieſer Offizier diente einer Sache, die er von Herzen verabſcheute. Er war ein Tugendbuͤndler, ein feuriger preußiſcher Pa⸗ triet, der ſein Vaterland vom Joche der Fremden befreien wollte. Er lauerte deßwegen auf eine den guten Schein wehrende Gelegenheit, wo er ohne Schande ſeine Truppen von denen des franzoͤfiſchen Marſchalls trennen koͤnnte. 4 Zu Anfang Decembers ward die Lage Macdo⸗ nald's nachgerade bedenklich. Nach allen Geruͤchten, die im Umlaufe waren, hatte die franzoͤſiſche Armee große Niederlagen und unſälte erlitten, und Maedo⸗


