112
er ſich auch durch das ſchrecklichſte Element nicht au⸗ ßer Faſſung bringen, und in ſeiner gewohnten Le⸗ bensweiſe nicht ſtoͤren laſſe. In Gemaͤßheit eben dieſer Unbefangenheit oder Ziererei entwarf der Kai⸗ ſer mitten unter den Truͤmmern von Moskau ein vollſtaͤndiges Reglement fuͤr das Théatre Français zu Paris. Er fand Gefallen daran, ſeine Verord⸗ nungen uͤber haͤusliche und geringfuͤgige Gegenſtaͤnde in entfernten Gegenden und fremden Hauptſtaͤdten zu erlaſſen, und beſonders ſie dort auszufertigen. Der Kaiſer ſchien gewiſſermaßen allgegenwaͤrtig, wenn er im Kremlin Vorſchriften gab, wie es auf dem Theater zu Paris gehalten werden ſolle. Es war ſchon prophezeiht worden, daß er ſeine ganze Armee aufopfern wuͤrde, nur um das Vergnuͤgen zu haben, ein Dekret von Moskau aus zu datiren. Der Brand von Moskau war ſo allverwuͤſtend, ſo wichtig in ſeinen Folgen, in einem ſo pregnan⸗ ten Augenblick entſtanden, daß beinahe alle Augen⸗ zeugen denſelben als das Werk eines erhabenen, aber faſt graͤßlichen Patriotismus der Ruſſen, ihrer Regierung, und insbeſondere des Gouverneurs Ro⸗ ſopſchin, angeſehen haben. Auch iſt durch das aus⸗ druͤckliche Ablaͤugnen des Grafen Roſtopſchin die all⸗ gemeine Ueberzeugung keineswegs geſchwaͤcht worden, daß er der naͤchſte Urheber geweſen. Alle franzoͤſi⸗ ſchen Offiziere bezeichnen ihn bis auf den heutigen
Tag als den Brandſtifter. 6 Anderer⸗


