26
und dazu gehoͤrt eben nicht ſehr viel. Gehen Sie, Mgret ſoll Ihnen Ihre Verhaltungsbefehle geben.“ Die Ueberzeugung, daß Alles gelingen werde, wie ſie ſich in dieſen abgebrochenen Worten kund
gibt, war bei allen Umgebungen Napoleons, den franzoͤſiſchen wie den auslaͤndiſchen, allgemein. Die jungen Militaͤrs betrachteten den ruſſiſchen Krieg
als eine Jagdyartie, die etwa zwei Monate dauern koͤnne. Die Armee eilte nach dem verhaͤngnißvollen Lande, voll Hoffnung auf Beute, Penſionen und Be⸗ foͤrderung. Diejenigen Soldaten, die den Feldzug
nicht mitmachen durften, ſchalten auf ihr Ungluͤck
oder auf die Yarteilichkeit Napvleons, der ihnen dies Gluͤck nicht habe goͤnnen wollen. ag au Inzwiſchen verſuchte Buonaparte nochmals zu unkerhandeln oder eigentlich die Faſſung des Kai⸗ ſers Alexander zu erforſchen, der, während er ſelbſt von Herrſchern, wie die Sonne von Planeten, umgeben war, in dem Mittelpunkte ſeiner eigenen Bahn iſolirt ſtand, Vertheidigungsmittel aufſam⸗ melnd, die, ſo unermeßlich ſie auch waren, in der furchtbaren Krife, die ihm drohte, kaum genuͤgend ſchienen. General Lauriſton war nach Wilna ge⸗ ſchickt worden, um dem Kaiſer Alexander die letzten Eröffnungen zu machen. Graf Narbonne, den wir bereits als einen der gewandteſten Hoͤflinge der Tuil⸗ lerien angefuͤhrt haben, ſollte den Czar nach Dres⸗ den zu einer Zuſammenkunft mit Napoleon einladen:


