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55. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 21. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
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liebt, aber einſtweilen noch vertagt*); ſpaͤter, auf dem Kongreſſe von Erfurt, gab Napoleon ſeine Ein⸗ willigung, daß das tuͤrkiſche Gebiet bis zur Donau hin das Eigenthum Rußlands werden ſolle, in ſoferne es im Stande ſeyn wuͤrde, ſolches zu erobern.

Der Hof von St. Petersburg war unklug ge⸗ nug, dieſes zu verſuchen, obgleich er damals ſchon wegen der noch immer hoͤher ſteigenden Macht Frank⸗ reichs auf jede Unternehmung der Art haͤtte ver⸗ zichten ſollen. Ein Krieg mit der Pforte war in der That im Falle eines Bruchs mit Frankreich ſo ganz unpolitiſch, daß man glauben muß, der Kaiſer Alexander habe dieſen Fall nicht fuͤr wahrſcheinlich gehalten; und dies iſt hinwiederum ein Beweis, daß er ſeinerſeits Treu und Glauben gegen Napo⸗ eon beobachten wollte.

Die Tuͤrken vertheidigten ſich weit beſſer, als

*) Die Thatſache wird nun ziemlich allgemein ſo angenommen, wie ſie im Texte angegeben iſt. Allein in dem Vertrage⸗ wie er zur Kenntniß des Publikums gekommen iſt, wird/ unter Berufung auf den Waffenſtillſtand von Slobodſeg, die Zurückgabe der Moldau und Wallachei an die Türken ver⸗ fügt. Aber dieſer Waſfenſtiliſtand blieb, wie Napoleon und Alexander es mit einander verabredet hatten, ohne Erfolg: die Zurückgabe der genannten Provinzen fand nicht Statt; und da auf dem Kongreſſe zu Jaſſi die ruſſiſchen und türki⸗ ſchen Geſandten auch nicht einig werden konnten, ſo fing der Krieg zwiſchen den Türken und Ruſſen an der⸗ Donau wieder an.*