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thuͤmlichen Charakter diefer ſonderbaren Art der Krieg⸗ fuͤhrung zu ſchildern verſucht, die in der Geſchichte des Menſchengeſchlechts einen eigenen Abſchnitt bildet und den Beweis herſtellt, wie ſchwer es ſaͤllt, auch durch die ſurchtbarſten militaͤriſchen Mittel, ein Volk zu unterwerfen, das feſt entſchloßfen iſt, ſich nicht un⸗ ter das Joch zu beugen. Die Wahrſcheinlichkeit die⸗ ſes Falles war dem Scharfblicke Napoleons nicht ent⸗ gangen, der, obgleich die Folgen vorausſehend, doch der Verſuchuns nicht hatte widerſtehen koͤnnen, eine ſo glaͤnzende Herrſchaft an ſich zu reißen, und der noch immer entſchloſſen war, wie er ſich ſelbſt ausge⸗ druckt haben ſoll, wenn nicht uͤber die Spanier ſelbſt, doch uͤber Spanien zu herrſchen. Aber die Verwirk⸗ lichung dieſes fuͤhlloſen, nur im Aerger, nicht im Zuſtande der Beſonnenheit ausgeſprochenen Wunſches wuͤrde den verwickelten Kuoten der ſpaniſchen Angele⸗ genheiten noch keineswegs geloͤst haben.
Buonaparte, der ſo trefflich zu rechnen verſtand, hatte darauf gerechnet, daß Spanien in ſeinen Haͤn⸗ den die reichen Zuſtuͤſſe aus ſeinen ſuͤdamerikaniſchen Provinzen behalten wuͤrde. Waͤre es ihm gelungen, ſeinen ganzen Plan in Ausfuͤhrung zu bringen, haͤtte der alte Koͤnig ſich wirklich nach Peru oder Mexiko eingeſchifft, ſo wuͤrde Napoleon durch ſeinen Einfluß auf Karl, die Koͤnigin und ihren Buhlen Godoy, vielleicht ein ſolches Reſultat bewirkt haben. Aber zu Folge des Statt gefundenen Bruches machten die ſpa⸗


