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53. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 19. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
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Strems, der, angeſchwollen durch die Fruͤhlingsregen und durch das Schmelzen des Schnees in den Gebir⸗ gen, die beiden feindlichen Armeen wie eine unuͤber⸗ ſchreitb are Schranke von einander ſchied. Im Jahre 1805, als Napoleon zum erſten Mal von Wien Be⸗ ſitz nahm, hatte man die Bruͤcken uͤber die Donau ſtehen laſſen und ihn dadurch in Stand geſetzt, die Nuſſen unter Kutuſoff zu uͤberſallen. Diesmal war er nicht ſo gluͤcklich. Es gab weder oberhalb noch un⸗ terhalb Wien eine Bruͤcke, auf der er uͤber die Donau haͤtte gehen koͤnnen, um den oͤſterreichiſchen Erzher⸗ zog zum zweiten Mal zu ſchlagen und dadurch dem Kriege ein Ende zu machen. Zu gleicher Zeit war jede durch Unentſchloſſenheit verlorne Stunde fuͤr den franzoͤſiſchen Kaiſer nachtheilig. Karl hoffte ſich mit ſeinen Bruͤdern zu vereinigen; und da er ſich im ei⸗ genen Lande befand, ſo konnte er leicht beſtehen, waͤh⸗ rend Napoleon in Feindes Land keine Rekruten er⸗ warten und ſeine Armeen nur mit Muͤhe verpflegen konnte. Ueberdies durfte Deutſchland, ſo lange eine öͤſterreichiſche Armee im Felde ſtand, noch immer hof⸗ fen. Es war demnach fuͤr Buonaparte der Klugheit gemaͤß, die kraͤſtigſten Maßregeln zu ergreiſen, eine Bruͤcke uͤber die Donau zu ſchlagen, auf das jenſeiti⸗ ge Ufer uͤberzugehen und dem Erzherzog eine Schlacht zu liefern. Man waͤhlte zuerſt den Uebergangspunkt zu Nuß⸗ dorf, ungefahr eine halbe Meile oberhalb Wien, wo