119 Nachrichten von dort lauteten nach und nach inmer
unzuͤnſtiger fuͤr die Freunde Ferdinands, und der
Kurier, der jede Nacht von Bayonne anzukommen pflegte, wurde am Abend des zoſten Aprils aͤngſtlich erwartet, da er wahrſcheinlich beſtimmte Nachrichten uͤber Napoleons Vorhaben mit ſeinem koͤniglichen Gaſt bringen wuͤrde. Es kam aber kein Kurier, und
das Volk ging fuͤr dieſen Abend ſehr duͤſter und un⸗
zufrieden aus einander. Am naͤchſten Tage(am Iſten Mal) war am Sonnenthor auf dem Poſtplatze ein großes Gedraͤnge von Maͤnnern, die ſehr verdaͤchtig ausſahen, und die, wie es hieß, unter ihren Capas oder langen Maͤnteln, Waffen trugen. Die franzoͤ⸗ ſiſche Beſatzung trat ſofort unter das Gewehr, aber auch dieſer Tag verging ohne Blutvergießen.
Am 2ten Mai ſah es auf den Straßen eben ſo duͤſter und drohend aus. Die Menge, welche dieſel⸗ ben fuͤllte, war in großer Bewegung, weil es hieß,
daß die noch uͤbrigen Glieder der koͤniglichen Familie
entfernt werden ſollten; ſie ſah auch wirklich, wie die Koͤnigin von Hetrurien, ihre Kinder und Don Francisco, Ferdinands luͤngſter Bruder, in den Wa⸗ gen gebracht wurden. Lezterer, ein vierzehnjaͤhriger
Knabe, ſchien ſein Schickſal zu fuͤhlen, denn er weinte
bitterlich. Bei dieſem Anblick brach die Wuth des Volks aus; es ging auf einmal und von allen Sei⸗ ten auf die franzoͤſiſchen Truppen los. Es fielen viele Franzoſen unter den langen Meſſern der Spa⸗
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