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. 128 aufzuſchrecken, und die Bergmaͤnner, deren Kehlen nun der Diktator mit dem Schwerte bedrohte, das
ſie ſo unklugerweiſe in ſeine Haͤnde gegeben hatten,
mit Wuth zu entflammen. Liſten von geaͤchteten
Dceputirten wurden herumgegeben, angeblich aus den
Papieren des Diktators genommen. Dieſe mochten nun wahr oder falſch ſeyn, ſo fanden ſie doch Glau⸗ ben; die, welche auf der Ungluͤcksliſte ſtanden, ſuch⸗ ten nun Schutz in einem Baͤndniſſe gegen ihren Feind. Die Meinung, daß ſein Fall nicht laͤnger aufgeſcho⸗ ben werden koͤnne, wurde allgemein.
Dies war am a. Thermidor, oder 27. Juli ln Paris ſo ſehr der Fall, daß etwa achtzig Schlacht⸗ opfek, die ſo eben auf den Richtplatz geſchleppt wur⸗ den, beinahe gerettet worden waͤren. In einer edlen Aufwallung von Mitleiden fing das Volk an, ſich zuſammenzurotten, um den traurigen Zug aufzuhal⸗
ten, als waͤre die Macht, die uͤber dieſem Unweſen
waltete, bereits gebrochen. Aber die Stunde war
noch nicht gekommen, der niedertraͤchtige? Henrirt,
Kommandant der Nationalgarden, kam mit friſchen Truppen heran, und brachte es an dieſem Tage, oder der lezte ſeines Lebens ſeyn ſellte, mit Ge⸗
walt dahin, daß dieſe ungluͤcklichen und ohne Zwei⸗
fe unſchuldigen Menſchen zur Hinrichtung abgefuͤhrt wurden.


