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die Nation ſeit kurzem zeigte, verbunden mit dem be⸗ ſtimmt ausgedruͤckten Wunſche, ihre politiſchen Grund⸗ ſatze auszudehnen, und dem Haß, den ſie durch den Tod des Koͤnigs auf ſich gehaͤuft hatten, bewog die ganze ariſtokratiſche Parthei, die eine bedeutende Ma⸗ joritaͤt in beiden Haͤuſern des Parlaments beherrſchte, auf eine Kriegserklaͤrung gegen Frankreich zu dringen; es ſey ein heiliger Krieg, ſagte man, gegen Verrath⸗ Gotteslaͤſterung und Mord, und ein nothwendiger Krieg, um alle Verbindung zwiſchen der franzoͤſiſchen Regierung und dem miß ergnuͤgten Theil unſerer. ei⸗ genen Unterthanen abzubrechen, die auf keine andere Weiſe von dem engſten, feſteſten und geſahrlichſten Einverſtaͤndniß mit derſelben abgehalten werden.
Ein anderer Grund zu Feindſeligkeiten, der mit aͤhnlichen Faͤllen in der Geſchichte mehr uͤbereinſtimm⸗ te, war der Umſtand, daß die Franzoſen durch ein foͤrmliches Dekret die Oeffnung der Schelde proklamirt hatten. Dadurch hatten ſie einen Punkt als bewilligt angenommen, durch deſſen Verweigerung die Staaten von Holland von jeher ihren, Nationalwohlſtand be⸗ dingt ſahen. Unter andern Umſtänden wurde dies der Gegenſtand einer Unterhandlung geworden ſeyn, Aber die Meinungsverſchiedenheit uͤber die allgemeine Politik der Revolution, und die Art, wie ſie vorgegangen war, ſezte die Regierungen von Frankreich und Eng⸗ land in einen ſchroffen und unaufloͤslichen Widerſpruch gegen einander, daß der Krieg unvermeidlich wurde,


