. 121 genſeitig um Verzeihung baten; und gleich zwei Krie⸗ gern, die einen perſönlichen Streit aufgeben, um ſich der Pflichten gegen ihren gemeinſchaftlichen Feind zu entledigen, riefen ſie ſich die hoͤheren Ideen ihres hei⸗ ligen Standes in das Gedaͤchtniß zuruͤck, und indem ſie die Maasregeln ergriffen, welche bei einer ſo trau⸗ rigen Gelegenheit am paſſendſten waren, fingen ſie an die umſtehenden zu ermahnen, dem angezeigten Schick⸗ ſale entgegen zu geben, mit der Feſtigkeit und Wuͤrde, welche nur die Religion verleiht.
Achtes Kapitel.
Mein gnädiger Fürſt, ſo rief er aus, Stellt Rache Gott anheim; Den eh'rnen Scevter leg hinweg, Nimm den Olivenſtab. Ballade von Sir Carl Bawdin.
Die zur Hinrichtung beſtimmte Stunde war lange voruͤber, und es mochte ungefaͤhr 5 Uhr Abends ſeyn, als der Protektor den Pearſon zu ſich rufen ließ. Er ging mit Furcht und Widerſtreben, unge⸗ wiß wie er wohl empfangen werden moͤchte. Nach⸗ dem er ungefähr eine Viertelſtunde bei ihm geblieben war, kehrte der Adjutant in Viktor Lee's Zimmer zu⸗ ruͤck, wo er den alten Soldaten Zerobabel Robins fand, der ſeine Zuruͤckkunft abwartete.
„Wie geht es unſerm Oliver,“ ſagte der alte Mann aͤngſtlich?
„Je, nun gut,“ antwortete Pearſon,„er hat mir keine Fragen uͤber die Hinrichtung vorgeleat, aber gar viele hinſichtlich der Flucht des jungen Mannes und der Gedanke, daß er nun allen Verfolgungen entgangen ſeyn muß, ſcheint ihn ſehr zu beunruhigen. Auch gab ich ihm gewiße Paviere, welche dem ubelgeſinnten Doctor Rochecliffe gehörten.“.


