gleich ſie ſchöͤn und adelich zu nennen war und Liebe zur Ordnung verrieth, doch den verarmten und beſiegten Royaliſten fremd und nur denen Perſonen der ſiegreichen Parthei eigen war, welche durch ihren hoͤheren Nang im Stande waren, ſich ſchoͤn und an⸗ ſtaͤndig zu kleiden. Bei naͤherer Betrachtung dieſer Perſon ward der Prinz noch mehr in Unruhe verſetzt. Die Geſtalt des Fremden, welcher ihn zu dieſer Zwie⸗ ſprache zwang, verrieth bedeutende koͤrperliche Kraft; Wuͤrde und Entſchloſſenheit lag auf ſeiner Stirne, ein langes Schwerdt hing an ſeiner Linken, ein Dolch und ein paar Piſtolen in ſeinem Guͤrtel, was— da Louis Kerneguy keine andere Waffe als ſein Schwerdt bei ſich hatte— dem Fremden ſchon einen bedeutenden Vortheil gewaͤhrte. ſelbſt wenn ſeine koͤrperliche Staͤrke dem anderen nicht ſo ſehr uͤberlegen geweſen waͤre.
Indem er bitter den gedankenloſen Ausbruch der Leidenſchaft, welche ihn in dieſe Lage gebracht hatte, bereute, aber beſonders ſeine Piſtolen wuͤnſchte, die er zuruͤckgelaſſen hatte, verließ doch den Koͤnig ſein Muth und ſeine Geiſtesgegenwart nicht, die ſeit Jahr⸗ hunderten nur wenigen in ſeiner ungluͤcklichen Fami⸗ lie fehlte. Er ſtand feſt und bewegungslos, ſeinen Mantel um den unteren Theil ſeines Geſichtes ge⸗ huͤllt, um Zeit zu weiterer Erklaͤrung zu haben, im Fall jener ſich in der Perſon geirrt haͤtte.
Dieſe Kaͤlte brachte den erwuͤnſchten Erfolg her⸗ vor, denn jener ſprach erſtaunt und zweifelnd: ziſt es nicht Jocolin Joliffe?— Kenne ich auch d Förſter nicht mehr, ſo ſollte ich doch wahrlich meinen eigenen Mantel kennen.“
„Wie Sie ſehen Sir, bin ich der Jocolin Joliſfe
nicht,“ ſagte Kerneguy kalt, indem er ſich aufrichtete,
um den Unterſchied der Groͤße zu zeigen, und den Mantel herabfallen ließ.
„Wirklich,“ erwiederte der Fremde erſtaunt,


