die Möͤglichkeit ſeiner Flucht plagte, gegen welche ſich der gute Mann, da er außer Stande war, ſie zu be⸗ antworten, vor der koͤniglichen Zudringlichkeit in die verborgenen Gaͤnge des Jaͤgerhauſes zuruͤckzog, welche vielleicht nur ihm bekannt, zwanzig Jahre lang dazu dienten, daſelbſt die Wunder von Woodſtock zu be⸗ ſchreiben. Es geſchah am vierten Tage, daß ein un⸗ bedeutender Umſtand den Ritter aus dem Hauſe rief; und den jungen Schottlaͤnder, welcher nun mit der Familie vertraut war, im Zimmer des Victor Lee gllein mit Alexis ließ. In dieſer Lage hielt er die Zeit nicht fuͤr unguͤnſtig, eine erprobende Lieb⸗s⸗Er⸗ klaͤrung zu machen, ſo wie die Croaten es im Sturme zu thun pflegen, wenn ſie die Zuͤgel in der Hand, je⸗ den Augenblick bereit ſtehen, den Feind anzugreifen, oder wenn die Umſtaͤnde es erheiſchen, davon zu ei⸗ len ohne ſich ihm zu naͤhern. Nachdem er ungefaͤhr zehen Minuten mit einer Art metaphyſiſchem Kau⸗ derwelſch verloren hatte, welches Alexis wie ſie wollte, entweder fuͤr die Sprache der Liebelei oder fuͤr eru⸗ ſtere Anſpruͤche nehmen konnte,— und grade als er vermuthete ſie wuͤrde jetzt ungefaͤhr ſeine Meinung errathen, hatte er die Demuͤthigung durch eine ein⸗ zige einfache aber unerwartete Frage zu finden, daß Aleris in dieſem Augenblicke an alles andere eher dachte, als an den Sinn deſſen, was er ſagte. Sie frug ihn, ob er ihr nicht ſagen koͤnne, wie viel Uhr es ſeye, und zwar mit jener Miene wahrer Neugierde, bei welcher ſich an keine Koketterie denken ließ. „Ich will auf den Sonnenzeiger ſehen; Fraͤulein Aleris,“ ſagte Louis, indem er aufſtand und uͤber die Verachtung, mit welcher er ſich behandelt glaubte, tief erroͤthete.„Sie werden mir eine Gefaͤlligkeit da⸗ durch erzeigen, Mr. Kerneguy,“ ſagte Aleris, ohne im Geringſten den Unwillen zu vermuthen, den ſie erregt hatte. 4 Mr. Louis Kerneguy verließ alſo das Zimmer, jedoch keineswegs um die verlangte Erkundigung ein⸗
—


