Teil eines Werkes 
3. Band (1851)
Entstehung
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Georg Volker. 43

ohne daß beide Theile einen Vortheil davon haben. Und eben die Menſchen fehlen auf dem Lande, we⸗ nigſtens diejenigen, die uns mit dem Ueberfluß ihrer Zeit zur Laſt fallen.“

Der Major ſah Volker eine Weile ſchweigend an und ſagte dann:

„Ja, ja, Sie mögen recht haben; das Leben unter vielen Menſchen iſt ein anderes als dasjenige, welches uns mehr auf uns ſelbſt beſchränkt. Wie viele gute Zeit und Stimmung koſtet uns nicht allein der Nachbar zur Rechten und der zur Linken; und wenn man gar in gegenwärtiger Zeit aus einer gro⸗ ßen volkreichen Stadt auf's Land kommt, meint man ſich auf eine Robinſonsinſel verſetzt, ſo ungeſtört und friedlich gehen hier die Verhältniſſe ihren alten Gang fort und man ſpürt nichts von dem unſeligen Streit der Parteien, von dem politiſchen Taumel, der dort ſelbſt den ruhigſten Mann ergreift und ihn willen⸗ los in die Sturmfluthen der Leidenſchaft wirft. O wie ſchätz' ich Sie glücklich, lieber Freund, daß Sie in dieſer Zeit der allgemeinen Gährung und Aufre⸗ gung in Ihrem ruhigen Daſein fortleben dürfen, nicht nöthig haben, nach Monarchie und Republik zu fragen und Gemüth und Geiſt gleich heftig in dieſen feindlichen Conflicten zu erſchöpfen!“—