Georg Volker. 7
gegen die der faſt ſchutz⸗ und rechtsloſe Bauer nir⸗ gends eine Abhülfe fand, ſo laut und häufig ſich auch bei der Landesregierung Klagen gegen die Be⸗ drückungen des Grafen erhoben. Des Standesherrn mächtige Verbindungen in der Reſidenz und bei Hofe, dazu die Gewiſſenloſigkeit der meiſten Beamten und der gänzlich verwahrloſte Zuſtand der Rechtspflege, machten es dem Einzelnen faſt unmöglich, ſich Recht zu verſchaffen; wozu noch kam, daß viele der Uebel⸗ ſtände, worüber man klagte, in den alten Geſetzen und Landesordnungen ſanctionirt waren und das ſchreiendſte Unrecht ſogar gut hießen. Auf dieſe Weiſe war des Grafen Willkürherrſchaft und der Gewiſſenloſigkeit und Habſucht der Beamten Thür und Pforten geöffnet; und der ſaubre Leo beſonders, das wahre Muſterbild eines ſtandesherrlichen Juſti⸗ tiarii aus der guten alten Zeit der reichsunmittelba⸗ ren Winkelwirthſchaft, ſcheute keine Mittel noch Ränke, um auf geraden oder krummen Wegen zum Ziele zu gelangen und unter des Rechtes ſtarren Formen ſeines Gebieters und ſeinen eigenen Säckel mit dem Schweiß der armen Unterthanen zu füllen; er ſowohl wie ſein Hochgräflicher Patron, völlig unbekümmert darum, ob das Land bis in's Mark ausgeſogen wurde und ganze Familien, ja Gemeinden in's tiefſte


