Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
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Georg Volker. 19

Ich halt es noch immer wie damals, ſagte Vol⸗ ker lachend.Je ſichrer der Menſch im Princip der Entſagung ſeſtſitzt, um ſo unbeſorgter kann er ſich einem heitern Lebensgenuß hingeben; denn nur Der⸗ jenige genießt mit Bewußtſein, der ſeine ſinnlichen Triebe beherrſcht und ſeine Bedürfniſſe jederzeit bis aufs äußerſte Maß der Enthaltſamkeit reduciren kann.

Wahrlich, das heißt denn doch den Stoicismus

kaltblütig bis zum raffinirteſten Epikuräismus trei⸗

ben, rief Germanos.Weil Du allenfalls bei Salz und Kartoffeln vor dem Hungertode ſicher biſt, iſt Dir die Moral eiuer Trüffelpaſtete doppelt einleuchtend; Freund, Freund! Wenn Dein Weiberhaß auf denſel⸗ ben thönernen Füßen ſteht, ſo doch ich ſagte es Dir ja ſchon geſtern Abend und finde es beſtätigt, je mehr ich mich in Deinem Hauſe umſehe, es geht und weht wie ein edler Frauengeiſt durch dieſe Ge⸗ mächer und wohin ich blicke, glaub' ich die zarte Hand, das ſinnige Gemüth zu entdecken, das Alles ſo ſchön und anmuthvoll geordnet hat und für das Erhalten beſorgt iſt. Wüßt' ich nicht, daß Dir au⸗ ßer Deiner würdigen Veronika kein anderes weibli⸗ ches Weſen an den Joſephsmantel Deiner vielbewähr⸗ ten Keuſchheit rühren darf, ich wäre verſucht, dort 2*