hatte, durch einen Denkſtein zu bezeichnen. Denn Nichts in der Welt geräth ſchneller in Vergeſſenheit, als ein auf äußeren Schein gebauter Ruhm ohne inneren Nach⸗ halt; faſt noch ſchneller, als der ſtumme eingeſunkene Grabhügel, den keine trauernde Liebe hütet.
Auch an Ekhof ſollte es in Erfüllung gehen, daß ein hoher ſchöpferiſcher Gedanke, an den ein großer und genialer Menſch ſein ganzes Leben geſetzt hat, mit deſſen Tode darum nicht aufhört, belebend und entzündend zu wirken, ſondern von andern, gleich begeiſterten und be⸗ fähigten Menſchen weiter geführt wird; wie ja auch jene hohen Dome des Mittelalters erſt von den Enkeln und Urenkeln Derer vollendet wurden, die den mächtigen Plan dazu entwarfen und doch vielleicht nicht einmal den erſten Quaderſtein aus der Erde ſich erheben ſahen.
Länger als acht und dreißig Jahre hatte Ekhof ohne Raſt an dem Fundamente zu dem Tempelbau einer deutſchen nationalen Schauſpielkunſt gearbeitet. Aus einer von Oben verachteten, von Unten mißhandelten Kunſt, die oft genug durch ihre eignen Zünger bis zur. Handwerkszunft, oder auch noch tiefer, herabgewürdigt wurde, hatte er durch ſein perſönliches Vorbild eine wahrhafte Kunſt geſchaffen, ein geiſtiges Bedürfniß in ſeinem Volke geweckt, dem ſchon die Edelſten und Be⸗


