Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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wohl die Erſcheinung des Geiſtes ſelber alle Zuſchauer ſo mächtig ergriffen, als an dieſem Abend. Lautlos erhob ſich der Herzog, lautlos die ganze Verſammlung von ihren Sitzen beim Eintreten Ekhof's in der präch⸗ tigen Rüſtung des gemordeten Dänenkönigs, deren Me⸗ tallglanz durch die Umhüllung von mattgrauem Seiden⸗ flor etwas Weniges gedämpft wurde, was die ganze ſchauerliche Erſcheinung noch ſchattenhafter und geſpen⸗ ſtiſcher machte.

Aber welch' ein Geiſt trat auch heute da einher! Keine Feder an dem reichen Helmbuſch ſchwankte, keine andere Bewegung ſeiner Glieder war ſichtbar, als der tonloſe Schritt des Sendbotens der ewigen Gerechtig⸗ keit, der die Marmorkiefern ſeines Grabes geſprengt hat. Die ganze Geſtalt vom Scheitel bis zur Sohle war die perſonificirte, vom Tode gelähmte Heldenkraft, war die dem Moder der Todtengruft anheimgefallene Herrſchermajeſtät, von der nichts übrig geblieben, als die ſtarre regungsloſe Maſchine. Selbſt die Lippen, als er jetzt zu reden begann, zeigten keine äußere Bewegung, und doch, welch' ein Klang voll unendlichen Weh's, welch' ein dumpfer Memnonton des Grabes lag nicht in den einzigen zwei Worten:Hör' an!

Und was nun folgte! Nie hat eine Rede eine herz⸗ Muller, Ethof. II. 13