Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Zeitverluſt ein Capitalverbrechen am heiligen Geiſt der Kunſt ſelber, hatte er ſeine graue Chenille angezogen, hatte ſich den kleinen runden Hut in den Kopf gedrückt und das ſpaniſche Rohr ergriffen, da fiel ihm, ſchon die Thürklinke in der Hand, ein, er wolle doch zuvor noch einmal in Betty's Zimmer nachſehen. Er ging alſo haſtig dorthin und öffnete die Thüre. Mitten in der Stube ſtand auf dem Fußboden ein großer ſchwarzer Lederkoffer, mit einem daraufgehefteten beſchriebenen Papierſtreifen. Als Ekhof ſich niederbückte, um die Adreſſe näher zu beſichtigen, las er zu ſeinem Erſtaunen: Mademoiſelle Betty Steinbrecher, Sängerin und Pas de deux Tänzerin an der kurfürſtlichen großen Opera zu Dresden in Sachſen.“ i auf den Bäumen wachſen!“ rief Ekhof zähneknirſchend und verſetzte dabei dem Kof⸗ fer mit dem Fuß einen ſo heftigen Stoß, daß derſelbe polternd in die entfernteſte Zimmerecke flog.

„Bondini, welſcher krummbucklichter Schurke, ſo ſollſt Du dereinſt in die Hölle fahren, da der Teufel ſelbſt zu gut dafür iſt, Dich anders hineinzukomplimen⸗ tiren!“ rief er und ſchlug ſo wüthend die Thüre zu,

daß die Fenſter des vorderen Zimmers klirrten. „Recht, Konrad, ſo gefällſt Du mir über die Maßen!“