Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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Thüre und herein trat mit freundlichem Gruße der würdige Ekhof, der einen jungen, kaum dem Knabenalter entwachſenen Menſchen von ſchmächtigem Ausſehen an der Hand führte. Der Jüngling konnte höchſtens acht⸗ zehn Jahre zählen und zeigte in ſeinem Weſen und Be⸗ nehmen eine große, faſt mädchenhafte Schüchternheit, als wenn er bis jetzt nur ſelten mit anderen jungen Leuten ſeines Alters in Berührung gekommen wäre. Beil und Iffland konnten daher auch kaum ihre Ueber⸗ raſchung verbergen, da Ekhof ihnen in ſeinem jungen Begleiter ihren künftigen Kollegen, Herrn Heinrich Beck vorſtellte, ein Gothaer Kind, der ſich bereits auf dem Liebhabertheater der Frau Geheimeräthin von Lichten⸗ ſtein im Fache der Liebhaber und Bonvivants als ein vielverſprechendes dramatiſches Talent bekundet habe und gleichfalls auch für die Hofbühne gewonnen ſei. Bonvivant?! Das Wort erſtarb Iffland auf der Zunge, als er bei dieſem Lobe des Meiſters noch einmal den ſchüchternen Jüngling mit der hochaufgeſchoſſenen Ge⸗ ſtalt betrachtete, der jetzt in ſeiner übergroßen Beſchei⸗ denheit die nämliche traurige Figur ſpielte, wie er ſelber jüngſt bei der ſchönen Betty Steinbrecher. Auch mochte Beck Daſſelbe fühlen; denn die krankhafte Bläſſe ſeines Antlitzes wich einer tiefen Röthe, als er Iffland's