Weiteres aus dem Hauſe werfen laſſen? Oder wird er auf die nächſte Thorwache laufen und den verdäch⸗ tigen Landſtreicher, der ſo Etwas gewagt hat, vorläufig in's Loch ſtecken laſſen? Oder fühlte er ſich Mann genug, ſelber den Glanz ſeiner„drei Kronen“, den alt⸗ bewährten Ruf ſeines Gaſthofes gegen einen abſcheu⸗ lichen Injurianten und gottloſen Spötter zu vertheidigen?
Iffland zweifelte nicht daran, daß derlei bedenkliche Erwägungen die Seele des Biedermannes beſchäftigten, unter deſſen gaſtlichem Dache er Erholung und Raſt von der angeſtrengten mehrtägigen Wanderſchaft zu finden gehofft hatte. Seine Lage war eine doppelt kritiſche; denn vorn an der Tafel ſaß der alte Kapitän von Stölzel, und mit jedem weiteren Schluck aus dem Deckelkrug rückte der verhängnißvolle Moment näher und näher heran, wo der Mann des rauhen Krieges, der durchaus im Punkte der Ehre keinen Spaß zu verſte⸗ hen ſchien, ihm ſeine aufrichtige Herzensmeinung über die Verſpottung ſeines allerbeſten Freundes ſagen werde. Die Zungenſchnalzer des alten Penſionärs klangen auch wirklich ſchon auffallend herausfordernd, das Lecken des grauen Schnauzbartes mit Zunge und Unterlippe wurde immer unheildrohender, während der Wirth, ſo oft er ſeinem letzten Stammgaſt ſchweigſam eine friſchgefüllte


