ſagte Klappmaier's wohlbeleibter Gevatter, der Roth⸗ gießer Euſebius, mit aller Treuherzigkeit eines biederen Altbürgers.„Sie ſind dem Herrn Ekhof zu Liebe nach Gotha gekommen, mithin thun wir nur unſere Schul⸗ digkeit, wenn wir Sie für ſeine zufällige Abweſenheit am heutigen Abend nach beſtem Vermögen ſchadlos zu halten ſuchen.“
Der Kammerregiſtrator Weſternhagen, ein zierli⸗ ches geſchniegeltes Männchen mit großen Manſchetten an den Händen und einem feingefältelten Jabot mit geſtickten Points, dem man den Schöngeiſt und Kunſt⸗ enthuſiaſten auf den erſten Blick anſah, präſentirte ſo⸗ dann dem fremden Gaſte mit freundlicher Zuvorkom⸗ menheit aus einer kleinen Lorenzodoſe eine Priſe Ta⸗ bak und ſagte mit einer vor lauter Emphaſe ſchluchzen⸗ den zwirndünnen Stimme:
„Im Namen der Muſen heiße ich Sie an Ekhof's Tafelrunde willkommen, junger Herr! Ah, wie char⸗ mant, wie unvergleichlich finde ich die Idee von Ihnen, aus weiter Ferne zu Fuße an die Stätte des Genius zu wallfahrten, hier, wo Thaliens Tempel durch Ihn in Wahrheit Das geworden iſt, was man anderwärts nur dem hohlen Namen und dem äußeren Scheine nach
kennt: ein Kunſttempel, in welchem Germaniens Muſe Müller, Ekhofl. 3


