Teil eines Werkes 
3. Theil (1824)
Entstehung
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6 er die Augen Aller feſſelte. Welch ein Feld von Erfahrungen lag hinter ihm! Er ſah da ein Heer unerfuͤllter Wuͤnſche, einen Schwarm von Hoffnungen, die ihn taͤuſch⸗ ten und die abgefallenen Bluͤthen jugend⸗ licher Kraft und Schoͤne. Er war dem Greiſenalter nahe, wo ſich in uns Alles zu der Ruhe und Stille vorbereitet, wie ſie im Grabe herrſcht; er ſah es ein, daß uns das Leben in der Einbildung viel verſpricht und wenig haͤlt; die Gegenwart war zur Erhebung ſeines Gemuͤths nicht geeignet, ſie ſchlug ihn nieder. Das Bewußtſeyn, nach ſeiner Ueberzeugung recht gehandelt und kein entehrendes Verbrechen begangen zu haben, dieſer Troſt vieler Traurigen und Verfolgten war fuͤr ſeinen Schmerz nicht lindernd, er verwuͤnſchte es, daß er in einer ſo boͤſen Zeit geboren war und lebte, wo man die Sprache der Wahrheit mit Fluch und Verbannung belegte.