233
diente, peinigte ſie immer ſchmerzhaſter.— Den Graf Murray verdroß es dagegen von Glami gar ſehr, als ſie zu ihrer Mut⸗ ter ſagte:„Nein, Mutter, verſtoßt ſie nicht, das waͤre undankbar, in der Seele wuͤrde mich's betruͤben.“ Er dachte daran nicht, daß darin die Guͤte ihres Gemuͤths lag, er dachte nur, es laͤge darin eine Art von
Verweis fuͤr ihn, ein Widerſpruch, den ſie
ſich gegen ihn erlaubte, ein Mangel der Ueber⸗ einſtimmung gleicher Gedanken und Empfin⸗ dungen. Sie außerte ſich mit einer Dreiſtig⸗ keit, die kein Verhältniß beachtet. Wenn er auch nicht auf die Geliebte zurnte, ſo war er doch ſehr verſtimmt. Wir muͤſſen das natuͤrlich finden, und duͤrfen es dem Graf nicht verargen, da wir wiſſen, die zärtlichſte Liebe iſt die empfindlichſte, die kleinſte Berührung trifft ſie hart und rauh, und
oft lag darin der Grund, daß ihre Ban⸗
de, die ſo dauerhaft und feſt, fuͤr die


