Jahre zuvor ihren Albrecht hatte in der Familiengruft zu W. beſtatten laſſen. Sie war munter und kräftig bis kurz vor ihrem Ende und hatte mit keiner Beſchwerde des Alters zu kämpfen, außer daß ſie in den letzten Jahren ſich beim Gehen auf einen Stock ſtützen mußte.
Die Wunde von Leipzig hatte doch den Fuß ge⸗ ſchwächt und nöthigte die Matrone ſich zu ſtützen, ſonſt war ſie vollkommen geſund und überſah mit klarem Blicke alle Verhältniſſe.
Kurz vor ihrem Tode ſtanden Oeſterreich und Frank⸗ reich einander wieder drohend gegenüber, und ſie fürchtete nicht mit Unrecht vom Neffen die Wiederholung der Tücken des Oheims.
Die Sorge um Deutſchland war die einzige, die ihre Todesſtunde trübte, und ſterbend noch ſagte ſie beim Ab⸗ ſchiede von ihren Kindern und Enkeln, die weinend das Lager der geliebten Mutter umſtanden:
„Hütet Deutſchland vor Napoleon! Schützt Deutſch⸗ land, auf daß die Schrecken nicht wiederkehren, welche ich erlebt und deren Vertilgung hunderttauſend deutſche Herzen gebrochen hat. Schützt Deutſchland, das uneinig gefangen durch Einigkeit befreit ward; ſeid einig, einig, einig!“


