58
Oper hatte bereits wieder begonnen und die Winter⸗ ſaiſon war in den Salons eingeleitet worden, während draußen nun erſt wahrhaft ſchönes und wahrhaft wohl⸗ thuendes Wetter herrſcht. Aber di Saiſon war ein⸗ mal geſchloſſen, man war wieder eingezogen in deu Winter, und konnte doch den patx ſchönen Tagen zu 3 Liebe, die allerdings verlockend geng waren, nicht noch neue Reiſen und Ausflüge beginnen. Da faßte ein ſpeculativer Wirth die kühne IJdee, dem vorgeſchriebenen Winter und der Oper zum Trotz noch ein letztes großes Sommerfeſt zu veranſtalten, um den Sommer mit allem Glanze zu Grabe zu tragen. Die Idee fand überall Beifall. Doch war Eile
von Nöthen, denn mit jedem neuen Tage konnte die außerordentliche Vergünſtigung des Wetters einen grau⸗ ſen Umſchlag nehmen, und niit Nordwind, Schnee⸗ geſtöber und Eiszacken der Speculation und Ver⸗ gnügungsſucht Hohn ſprechen, und dann auch die Concurrenz iſt in der Reſidenz groß. 3 Deßhalb war Alles mit gebieteriſcher Eile be⸗ trieben worden, alle Anſtalten ſo glänzend als möglich getroffen, und heute ſollte das Feſt ſein, und zwar an einem Wochentage, da man bis zum Sonntage dem nicht contrahirten Frieden nicht recht trauen mocht


