Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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ihre Liebe geweckt hatte im Parke zu Ballenſtädt, ohne ſie nilrrdern zu können; und doch durfte es ihm angerechnet werden, daß dieſe ſeine Jugendliebe einer andern gewichen war, während ſie in Eugenien's Herzen lebendig fortlebte?

Konnte er ſeinem Herzen befehlen, heute noch zu lieben, wo er einſt geliebr? Er konnte es nicht, und hatte es ihm neulich ſo geſchienen, als er zum erſten Male ſie wieder ſah, heute ſah er es auch Eugenie ge⸗ genüber ein, daß die Signora Königin in ſeinem Herzen ſei, daß ihr jeder Schlag desſelben, jeder Tropfen ſeines Blutes gehöre, und daß er ſterben werde, ſollte er ihr entſagen.

Aber dennoch fühlte er ſich unbehaglich dieſem hol⸗ den Kinde gegenüber, aus deſſen ſonſt ſo ſchelmiſchen Augen jetzt eine ſchwermuthsvolle Sehnſucht leuchtete, und den ſchnellen Aufbruch mit ſeiner noch immer ſicht⸗ baren Schwäche und dem erſten Ausgange entſchul⸗ digend, empfahl er ſich dankend und verbindlich, mit der Abſicht, nicht wiederzukehren und durch ſeinen An⸗ blick Eugenien's Ruhe nicht wieder zu ſtören.

Seine Liebe war geſtorben im Rauſche der Leiden⸗ ſchaft für die ſchöne Italienerin, die nichts gemein hatte mit der heiligreinen Himmelsflamme, wolche bei Euge⸗ nien's erſtem Anblicke in ſeiner Bauſt erwacht war, und