Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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Nun, ſo ſchön wie Du ſinge ich auch noch, meinte Selma lachend.

Das kommt auf Neigung und Geſchmack an. Der Eine erfreut ſich an der Stimme eines Vogels, der Andere am Klaggeſang eines Engels.

Hildur ſchritt durch das Zimmer, um ſich zu Emy zu begeben. 5

Arvid, welcher Hildurs Blick geſehen, ließ ſich durch ihren Scherz nicht ſo leicht täuſchen, ſondern faßte ihre Hände, als ſie an ihm vorüber ging.

Verläſſeſt Du mich ſchon wieder? ſagte er.

Aber ich laſſe Dich nicht allein. Selma hat Luſt zu ſingen, und da haſt Du gleich eine Zer⸗ ſtreuung.

Biſt Du böſe auf mich?

Ich böſe auf Dich? erwiderte Hildur weh⸗ müthig lächelnd und ſchüttelte den Kopf.Nein, Arvid, mein Herz kann Dir niemals zürnen.

Sie fuhr ihm mit der Hand liebkoſend über die Stirne, und in ihrem Blicke lag eine ſo unbeſchreib⸗ liche Hingebung, daß darin die Verheißung einer Liebe lag, welche ihren Urſprung in einer beſſeren Welt hatte.

Sez' dich da her zu mir, bat er.

Hildur ſezte ſich, und Selma ſang mit weicher, einſchmeichelnder Stimme: Bei düſterem Abend, wie iſt es ſo werth, Wenn kniſtert das Feuer auf dem eigenen Herd. 8

Des Grafen Ankunft machte dem Geſang und Hildurs und Arvids ſtillen Träumen ein Ende.

Wenn in Hildurs Gefühlen etwas Ruhiges, dem