Teil eines Werkes 
2. Band (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

zurückkehrte, wanderte er gedankenvoll und mit lang⸗ ſamen Schritten einher.

Er ging in ſeiner Erinnerung die Vergangenheit durch und dachte darüber nach, wie Calla in den letzten Jahren durch ihre Arbeitſamkeit und Häus⸗ lichkeit ſich die allgemeine Achtung erworben. Frei⸗ lich glaubten die meiſten Nachbarn, daß es Annike ſei, welche das Hausweſen beſorgte; aber man konnte auf der anderen Seite nicht läugnen, daß Milners Haushaltung jetzt ſo eingerichtet war, daß er einer Verbeſſerung ſeiner ökonomiſchen Lage entgegen⸗ ſehen konnte; und man mußte unwillkürlich die Art und Weiſe, auf welche Calla die kummervollen Tage ertrug, bewundern.

Man ſich nicht mehr krank bei Milners; im Gegentheil, dort war Alles einfach und ſparſam, aber immer gut angeordnet. Alles dieſes und vieles Andere erinnerte Harald ſich auf dem Rückweg nach Björnbo; dann kam aber das Vorurtheil und rief: ſie ſchreibt doch noch Romane, und in der Länge wird ſie ihrer häuslichen Pflichten müde und ihren Mann verſäumen, weil ſie niemals die Wirklichkeit mit der Phantaſie wird vereinigen können, und in der Seele eines ſolchen Weibes ſpielt die Liebe nur eine untergeordnete Rolle.

Ach! warum kann Calla nicht ſo lieben, wie ich? Welches Paradies würde ſie dann nicht dem Gatten ſchaffen, der glücklich genug wäre, ſie die Seinige nennen zu dürfen!

Hier wurde er von einer klaren Stimme geſtört, welche ſang:

Anders war ein flink'rer Burſch u. ſ